ET 403
auch "Donald Duck" genannt, vielen aber auch als "Lufthansa Express" bekannt.
Hier einpaar technische Daten zum Triebwagen:
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Zug-/Baureihenbez.: ET 403 / Lufthansa Airport Express Anzahl d. Hergestellten Züge: 3 (je 4 angetriebene Wagen ) Sitzplätze 1.Klasse/Restaurant: 159/ 24 Baujahr: 1972 Ausgemustert: 1991 Spurweite: 1435 mm Stromsystem: 15 kV / 16,7 Hz Max. erreichte Geschw.: 220 km/h Zugelassen im Betrieb: 200 km/h Anfahrzugkraft: 200 kN Anzahl d. Angetriebenen Achsen: 16 Anzahl der Motoren: 16 Motoren Nennleistung insgesamt: 3840 kW Neigetechnik: Ja ( 4 Grad) Traktionsfähigkeit: Ja Wagenfederung: Luftfederung Achslast: 14,5 t bis 15,6 t Leergewicht des Zuges: 235 t Länge des gesamten Zuges: 109,2 m |
Am 02.03.1973 wurde der erste von drei Triebwagen der Baureihe ET 403 der Deutschen Bundesbahn übergeben. Doch der fahrplanmäßige Einsatz erfolgte erst mit dem Winterfahrplan 1974/75. Der Zug hatte keine Triebköpfe, da die Antriebselektronik unter den Fußboden der Wagen verlegt wurde, konnte man in den Triebköpfen auch Sitzplätze einbauen. Jeder Wagen war im Prinzip eine eigenständige Lokomotive !! Im Gegensatz zum heutigen ICE 3 wurden im ET 403 alle 16 Achsen angetrieben. Damals erstmalig in Deutschland wies der Triebzug eine gleisbogenabhängige Neigetechnik auf, um auch auf kurvenreichen Strecken seine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h fahren zukönnen. Die max. Neigung betrug 4 Grad, aber wegen des Fest auf dem Dach montierten Stromabnehmer waren jedoch nur 2 Grad möglich. Die Neigetechnik wurde später jedoch wieder ausgebaut. Da der Zug nur aus 1.Klasse bestand wurde die Inneneinrichtung vom damals fahrenden Rheingold weiterentwickelt. Die Sitze konnten frei in Fahrtrichtung gedreht und die Rückenlehnen geneigt werden. Ein dreiteiliger Triebzug war 109m lang.
Der Triebzug kam jedoch nur viereinhalb Jahre im IC-Verkehr zum Einsatz. Die Laufleistung überstieg sogar die des damaligen Zugpferdes im IC-Verkehr der E 103. Nach der Ausmusterung bei der DB, kam er ab dem 28.03.1982 auf der Strecke Düsseldorf Hbf - Frankfurt Flughafen bei der Lufthansa unter dem Namen "Lufthansa Airport Express" zum Einsatz. Da der Zug auf dieser innerdeutschen Strecke billiger war als ein Flug! Der Flug einer Boeing 737 kostete damals 14.000DM und der Einsatz des ET 403 nur 9.000 DM. Nach 2 Jahren rentierte sich der Einsatz des Triebzuges. Beheimatet waren die Triebzüge im BW Düsseldorf während seiner Lufthansa Zeit.
1991 stellte die DB fest, dass die 3 Triebzüge unter erheblich großen Korrosionsschäden zu leiden hatten. Die Kosten für eine Renovierung erschien sowohl der DB als auch der Lufthansa zu hoch. Die Bundesbahn und die Lufthansa hatten keine Verwendung, wegen der Schäden, für die Triebzüge und so landeten sie auf einem Abstellgleis im AW Nürnberg. Dort rosteten sie rund 10 Jahre vor sich hin, bis sie zu beginn des Jahres 2001 von der privaten Prignitzer Eisenbahn PEG erworben und nach Berlin überführt wurden. Die PEG erwägt die Triebzüge wieder aufzuarbeiten und einzusetzen. Doch bei aller Sympathie für den ET 403 muss man dies doch schwer bezweifeln. Es muss vermutet werden das der Verfall in den letzten 10 Jahren weit vorangeschritten ist. Augenzeugen berichten von einem erbärmlichen Zustand: die Korrosionsschäden an der Leichtmetalllegierung sind unübersehbar, der Boden der Wagenkästen sei teilweise durchgebrochen und die Inneneinrichtung ist ebenfalls schwer beschädigt. Ebenfalls sollen die Triebzüge von Souvenirjäger "ausgeschlachtet" worden sein. Es fehlen viele Instrumente in den Führerständen und auch in den Fahrgasträumen fehlen diverse Dinge bis hin zu kompletten Sitzen!! Es ist sehr Schade das hier ein wichtiges Stück deutsche Eisenbahngeschichte langsam stirbt.
1997 war es fast soweit das eine Garnitur 403er erhalten geblieben wäre! Die Bahn hatte für die Bahnsozialwerk Freizeitgruppe in Plochingen eigens einen von einem anderen Anbieter abgeschwatzt. Den Triebwagen hätten sie allerdings nur unter der Auflage der betriebsfähigen Aufarbeitung für kleines Geld kaufen können. Es gab sogar Sponsoren und einen Abstellplatz, wenn auch leider im freien, aber immerhin. Aber das war nicht ausreichend, denn Kostenvoranschläge ergaben einen Geldbedarf in 8 stelliger Höhe (allerdings für alle Fahrzeuge) in DM nicht €. Und genau das war der Grund der Aufgabe!
Bei nüchterner Betrachtung darf man wohl bestenfalls erhoffen, das wenigstens eine Einheit (oder zumindest ein Triebkopf) der Nachwelt als Museumsstück erhalten bleibt. Dies wird aber wahrscheinlich auch nur Wunschdenken bleiben, zumal sie bei der PEG im Freien abgestellt sind.
Hier einige Bilder des Triebzuges:
aktuelle Bilder:
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403 001 am 30.01.07 in Pulitz, dieses Bild stellte mir freundlicherweise "der Potsdamer" aus DSO zur Verfügung |
403 001 am selben Tag von der anderen Seite, dieses Bild stellte mir ebenfalls freundlicherweise "der Potsdamer" zur Verfügung |