VT 624/634
Um die veralteten Dieseltriebwagen zu ersetzen, wurden ab 1959 nach eingehenden Gesprächen der Deutschen Bundesbahn mit den Firmen MAN und der Waggonfabrik Uerdingen ein 3-teiliger in Stahlleichtbauweise gefertigter Dieseltriebwagen für den Nahverkehr entwickelt. Er sollte aus zwei Triebköpfen und einem Mittelwagen, die mit Kurzkupplung gekuppelt waren, zusammen gesetzt sein, über hydraulische Kraftübertragung verfügen, eine Höchstgeschwindigkeit von 120km/h wurde gefordert, circa 200 Sitzplätze 2.Klasse, vier Abteile 1.Klasse und stirnseitige Übergangseinrichtungen sollte dieser besitzen. Im Jahre 1961 lieferte MAN zwei Dieseltriebwagen (zur Erprobung) der Baureihe VT 23.5, Uerdingen ebenfalls 1961 zwei Dieseltriebwagen (zur Erprobung) der Baureihe VT 24.5. Sie unterschieden sich durch eine andere Kopfform (MAN Kantiger!!), eine andere Türanordnung und unterschiedlichen Übergängen zwischen den einzelnen Wagen. Ab diesem Zeitpunkt wurden innerhalb der nächsten 3 Jahren verschiedene Motorvarianten im Bereich Hannover, Holzminden und Kassel mit einer täglichen Laufleistung von circa 700km erprobt. Im Jahr 1963 wurde dann der Auftrag für 40 Dreiwagentriebzüge vom BZA München an die Firmen MAN und Waggonfabrik Uerdingen erteilt. Die Dieseltriebwagen glichen weitgehend dem MAN-Prototypen VT 23.5. Aus diesem Grund erhielt MAN den Auftrag zur Lieferung von 52 kompletten VT, sowie aller Trieb- und Laufdrehgestelle und der Motoren für alle 80 VT. Die Waggonfabrik Uerdingen fertigte 28 Wagenkästen für die VT sowie alle 40 bestellten Mittelwagen. Die neuen VT konnten in Doppel- bzw. Dreifachtraktion gefahren werden. Es wurden aus den Erprobungszügen von MAN und Uerdingen jeweils Dinge in die Serienausführung übernommen, die Kopfform vom VT 23.5 von MAN und die Türanordnung konnte beim VT 24.5 von Uerdingen überzeugen. Untereinander sind die Triebköpfe mit dem Mittelwagen mit Scharfenbergkupplungen verbunden, während die Triebköpfe normale Kupplungen besitzen. Der Einsatz erfolgte bei der BD Münster und der BD Hannover. Ende der sechziger Jahre wurde der VT 24 bei dem BW Braunschweig, Osnabrück und Trier auch im Schnellzugdienst eingesetzt. Ab 1972 wurden die 624er mit Zugfunkgeräten (ZF 70) von Telefunken ausgerüstet, dafür mussten die Stirnwandübergänge verschlossen werden. Bei zehn Einheiten wurden die Stirnwandübergänge jedoch behalten!! Es wurde in der Folgezeit in einige VT "gleisbogenabhängige Wagenkastensteuerung" (GSt) und Luftfederung erprobt. Im Jahre 1979 wurde die GSt wieder ausgebaut, da man keinen Nennenswerten Fahrtzeitgewinn hatte. Die VT 624/634 haben eine Restlaufzeit bis höchstens 2009, aber wahrscheinlich wird dieses Jahre keiner mehr in diensten der DB erleben.
Es bleibt zuhoffen das sich einige Eisenbahnmuseen eine Einheit dieser Formschönen Triebwagen sichern und erhalten werden. Hoffentlich ist er dann in beige/blau oder altrot zu bewundern.
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634 655 bei Gronau unterwegs |
624 648 wartet zusammen mit einem weiteren 624er auf einen neuen Einsatz |
Ein mintgrün/weißer 634er |
Diese Bilder stellte mir freundlicherweise der "Trabantfahrer" aus DSO zur Verfügung!!
Danke!!